Ausstellung mit Zaida González Ríos und Sebastián Calfuqueo in der Galerie Tart in Zürich am 24.-27. Juli 2019.

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Die Objektliste gibt es hier zum Download  / Download the object list here (German)

 

Zaida González und Sebastián Calfuqueo thematisieren in ihren Werken die kulturelle Konstruktion von Körpern und deren Geschlecht, Sexualität, politischen Rechten und bildlichen Darstellungen in der Gesellschaft.

Calfuqueo verarbeitet in seinen Werken unmittelbar seine persönlichen Erfahrungen als Feminist und Mapuche. Während in der indigenen Kultur Chiles Stammesmitglieder mit spektralem Geschlecht als Wesen mit erweitertem Bewusstsein oft in der Position eines Schamanen standen, sind sie in der christlichen Kultur der Eroberer und heutzutage westlichen Gesellschaft eine sozial und rechtlich benachteiligte Gruppe. Diese Umwertung schlägt sich nieder in Gesetzen, offiziellen Geschichten, bis hin zu den Körpern der „anderen“, die stereotypisiert werden. Calfuqueo verdeutlicht diesen Prozess der Marginalisierung in seinen Werken über den Stammesführer Caupolicán, über den ‘male gaze’ auf Frauen und Indigene, und über die heutigen Gebräuche der Mapuche. Über die dokumentarisch-künstlerische Aufarbeitung hinaus bemächtigt er sich dabei dieser Symbole und kehrt sie in ein Instrument für die Anerkennung seiner Kultur ausserhalb der offiziellen chilenischen Nationalkultur um.

González spricht ebenso aus einer marginalen Position, nämlich die einer Frau in der patriarchalischen Gesellschaft Chiles. Das Unbehagen, dass sie für sich klar formuliert, entsteht aus ihrer Sicht aus den unterdrückten Gefühlen ihrer Mitmenschen, die durch unerfüllbare Konsumwünsche und Rollenbilder in einer freien Äusserung ihrer Persönlichkeit gehindert werden. Ein Beispiel, welches die Künstlerin explizit nennt, ist die unausgesprochene Sexualität von Frauen, besonders in fortgeschrittenem Alter und derer, die nicht den aktuellen Schönheitsidealen entsprechen. Dafür lässt sie In ihren surrealistischen Fotografien und Foto-Installationen die öffentlichen sozialen Grenzen hinter sich und schafft eine vielfältige Bilderwelt, in der kein Geschlecht und kein Verhaltensmuster stabil ist. Mit ihrer Serie “Tarot Trans” entwirft sie eine Matrix, in der die jeweilige Konstellation wie bei anderen Tarots eine persönliche Aussage für den Betrachter bilden können und dessen eigene Vorstellungen über verschiedene Lebensstile erweitern.

González und Calfuqueos nehmen in ihren Arbeiten die Kategorisierung des Körpers in Geschlecht, sexueller Identifikation, ethnischer Abstammung, kulturellen Rollenbildern, und kulturellen Symbolen in Angriff. Ihre Werke zeigen einerseits die Zwischentöne fixierter Identitäten und andererseits die Brüche, die entstehen, wenn die Kategorien in unserer Gesellschaft aufweichen.

Was in der Schweiz keine Brisanz besitzt, ist in anderen Ländern weiterhin eine Kampfzone der Freiheitsrechte und kultureller Anerkennung. Allerdings erweist sich das Verhältnis zwischen der Schweiz und Chile nicht als schwarz und weiss, als breite Aufgeklärtheit gegenüber sozialen Brennpunkten. Gerade die Vorbildfunktion birgt Probleme in sich, derer wir uns nicht bewusst sind. Wir müssen uns die Fragen stellen: Welche Bilder vermitteln wir aus unserer westlichen Kultur an andere Regionen? Sieht cross-dressing immer so aus wie in der Show Rupaul’s Drag Race? Ist eine sexuell tolerante Gesellschaft gleich die der Street Parade? Übertünchen wir nicht sofort wieder eine Vielzahl an kulturellen Unterschieden wenn wir unsere Geschlechter-Formen exportieren, weil z.B. unsere kulturelle Vielfalt die Erfahrungen der indigenen und mestizo Bevölkerung Lateinamerikas gar nicht kennt und ausdrücken kann? Die Präsentation von González und Calfuqueos Kunst in Zürich soll auch uns in unserem Verständnis von Körperpolitik und -Kultur aus anderen Regionen erweitern.

 

Matthias Pfaller

 

Zaida González and Sebastián Calfuqueo thematize the body as a cultural construction and negotiation of gender, sexuality, political rights, and pictorial representations.

Calfuqueo draws from his personal experiences as a feminist and Mapuche (the native people of the south of Chile). This culture recognized the spectrality of genders and sexualities and members with non-cis identities were considered gifted with particular skills and often acted as shamans or leaders in their communities. The Christian culture of the Spanish conquerors, however, imposed their binary gender conceptions on the native population and marginalized them politically as well as socially. This re-valuation has been normalized in laws, official history, and even the immediate physique stereotyped as the other. Calfuqueo points out this process of marginalization in his works on the chief and hero Caupolicán, the male gaze on women and the indigenous, and the customs of today’s Mapuche population. Besides the artistic-documentary reworking of this socio-political situation, Calfuqueo appropriates the symbols and turns them into tools of acknowledgment of this culture within the official Chilean national culture.

González, too, speaks from a marginal position, in her case as a woman in the patriarchal society of Chile. The sense of unease, which she formulates as an explicit common feeling in Chile, arises from the suppression of genuine emotions by unrealistic goals of consumption and self-optimization, which also hinder alternative lifestyles from being voiced. One of González’ recurring examples is the sexuality of women, particularly women of a certain age and non-compliant with common beauty standards. In her photographs and photo-installations, she therefore leaves behind any kind of moral judgment and boundaries and creates a multifarious universe in which neither gender nor behavior are normalized. In her series “Tarot Trans” she draws up a matrix of possibilities in which, like with other tarots, every constellation allows a personal message to be addressed to the viewer, who is invited to expand their personal spectrum of potential lifestyles.

González and Calfuqueo tackle the categorizations of the body in sex, gender, ethnic heritage, cultural role models and symbols, and moral-political value systems. Their works show both the subtle nuances of pre-established identities and the cleavages that are created by the dissolution of these categories in our society.

In Switzerland, there is an awareness of these issues and debates around the inclusion of marginal groups in society. However, what we do not have is a violent fight for political freedom and cultural acknowledgment, as minorities in other countries experience it. Yet there is no binary relation between Chile and Switzerland, good politics and bad politics, enlightenment on the one side and social crises on the other. The perceived position of us as a role model is dangerous in looking at and talking about other societies. Since it is difficult to recognize the implications of our position, we have to ask ourselves: What kind of images and ideals do we make of our own culture and how do we advertise and export these models? For instance, does cross-dressing always look like Rupaul’s Drag Rage? Is a sexually tolerant society that of the Street Parade? Such models may work in their context, but are not be able to account for the particular situations of indigenous and mestizo populations and lower social classes in Latin America and elsewhere. González and Calfuqueo present us colors and histories of the feminist spectrum which can teach us about bodies and their cultures in their native Chile, and make us reconsider our own spectrum as well.

 

Matthias Pfaller

SIEMPREVIVAS SIEMPREHERIDAS

von Diego Argote. Juli 2019

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Von einem politischen und emotionalen, biografischen, autobiografischen und feministischen Blickpunkt heraus verzweigen sich die fordernden Werke von Zaida González Ríos und Sebastián Calfuqueo. Beide Künstlerinnen artikulieren sich ausgehend von einer Kritik der hegemonialen Identitäten, die Sex, Ethnie, Geschlecht, und soziale Stellung bestimmen. Ihre Betrachtungen bedienen sich durchweg visueller Medien, die eine Umstellung und ein Unbehagen in genormten Augen provozieren, in den homo und hetero Strukturen. Die zwei tauchen in die Vielseitigkeit des Ichs ein. Sie dringen ins eigene, tiefe Gedächtnis ein. Drücken den Ungehorsam der lateinamerikanischen Körper aus. Präsentieren und repräsentieren sich vor einer Welt mit einer tiefen Wunde, die keiner flicken kann. Mehr noch, mit einer scharfen und lebendigen Wut wenden sie sich gegen jene, die die Geschichte der Indigenen und der Dissidenten beschmutzen.  

 

Zaida und Sebastián sind expansive Zwillinge, die ein Chile überwinden, welches weiss und blond sein will. Ein Chile, welches die Geschichten aus den Klassenzimmern vertuschen will. Ein Chile, welches lediglich Körper-Maschinen produziert, die weiter den Reichen und Mächtigen dienen. Expansive Zwillinge, die koloniale Strukturen unterwandern, während sie ein soziales Netz bilden für die, die sich von ihren Familien und der herrschenden Schicht ausgeschlossen fühlen. Sie sind expansiv, wütende Zwillinge aus der Peripherie, die genau wissen wie es ist, diskriminiert zu werden und Gewalt zu erfahren. Sie verneinen eine bestimmte biologische Sexualität, stören die Dogmatiker, und brechen den Konservatismus und Machismo auf. Sie treten hervor mit ihrer tiefgründigen und umfassenden Kunst und ihrem skandalösen und barocken Gestus. Sie sind Arbeiterinnen eines unerschöpflichen Universums, Weberinnen der Erinnerung und Herrinnen über Pastell- und Wasserfarben. Feindinnen der Moral. Tatsächlich werden sie Travestiewesen in ihren vertrauten Begegnungen und eigenartigen Bewegungen ihrer Körperlichkeit, die sie vor den neugierigen Augen so einzigartig erscheinen lässt. 

 

Die Pose als politische Aktion. Die Pose als rebellisches Überquellen. Die Pose als Leben und als Tod. Die Pose als Umdeutung der Erinnerung.

 

Zaida, eine exzentrische Katze, arbeitet mit ihrer analogen Kamera und ihren vielen schwarzweiss Filmen. Sie koloriert fein säuberlich mit Pinseln und Stiften jene Bilder, die in der Dunkelkammer erscheinen. Zaida, still und detailgenau, benutzt ihren eigenen Körper als Untergrund im Selbstporträt, um ihren Erfahrungen Leben einzuhauchen. Und Porträts anderer als deren Erlebnisse, die sie wertschätzt. Sie verschwestert sich mit anderen Körpern, die Teil ihrer bebenden physischen und mentalen Welt geworden sind. Sie schafft eine Welt voller Respekt, in der sie jegliche Erscheinung und Form, ob tot oder lebendig, empfängt und liebevoll aufnimmt, wenn sie sich vor ihren durchdringenden und intensiven Blick stellen, wie Travestis, Dicke, Menschen mit Albinismus, HIV, oder Down Syndrom, sogar Tiere und viele andere. Sie ist die Mutter gestorbener und abnormer Kinder, ohne Namen, wie die Ärzte sagen. Aber Zaida verleiht ihnen einen Schein der Liebe, ein Recuérdame al Morir con Mi Último Latido [Erinnere dich an mich wenn ich sterbe mit meinem letzten Herzschlag, Buch der Künstlerin, 2010], so sagt sie uns, dass sie nicht vergessen werden, auch trotz dieser ewigen gläsernen, formalingefüllten Kapsel. 

Die mis-en-scène ist eine weitere bedeutsame und wichtige Fläche für die Künstlerin. Sie benutzt alltägliche, gewöhnliche Dinge sowie handgefertigte Materialien. In diesen komponierten Szenen haben schon grosse Freundinnen der Sache posiert. Zwei davon sind Ignacio Contreras in Ni Lágrimas Ni Culpas und Hija de perra in El Castigo. Der erste war ein spiritueller Fotograf und die zweite eine Aktivistin des Bizarren und Dissidentin normierter Sexualität. Beide sind zu Ikonen des Kampfs und des Widerstands in Lateinamerika geworden. 

Darüber hinaus zeigt sie uns ein intimes und eindringliches Fragment ihres Lebens aus zig Fotografen in Kleinformat, die sie mit ihrem Handy im Alltag aufnimmt. In diesen Fotos sehen wir eine herumwandernde, nachdenkliche Zaida in den Strassen Santiagos und die Nachbarschaft San Miguel, wo sie aufwuchs. Sie zeigt sich in enger Beziehung zu ihrer schwachen und wunderbaren Mutter, die die an diesem kritischen und schmerzhaften Punkt ihres Lebens ans Bett gefesselt ist, und schafft liebevolle Porträts in ihres körperlichen Verfalls. Die Künstlerin erzählt uns von einer Verbindung, die gleichzeitig eine doppelte Negation ist–weder Tränen noch Schuld–die die Leiden ihrer Mutter, ihrer Familie, ihrer Freunde und ihres eigenen Körpers verwandelt. Zaida posiert  vor den Spiegeln in ihrer Wohnung, im Bad, im Hof, in der Strasse, sie beobachtet Cielo, die Katze ihrer Mutter, und denkt an das Lachen von ihr, Aida. Und sie sagt uns, oder warnt uns vor, dass auf irgendeine Weise und in irgend einem Moment der Körper ihrer Mutter dahinschwindet wie der schönste Rotkardinal ihres Gartens, den sie so sehr in der Erinnerung ihres Herzens bewahrt. 

Schliesslich eröffnet  uns Zaida, dass sie uns durch ihre esoterischen Karten der Serie El Juicio Final, Tarot Trans unzerbrechliche Erinnerungen aus aus ihrem Körper und Gedächtnis überbringt; es sind Bindeglieder, über die der Protest und die ehrliche, liebevolle Verwandlung auf uns übergeht.

 

In gleich politischer und ehrlicher Weise wie Zaida entfaltet die Mapuche Künstlerin Sebastián Calfuqueo in der Arbeit mit den Materialien der Erde ihre Geschichte. Als Beispiel dient ihre erste und eindringliche Videoperformance You Will Never Be a Weye. Sie erklärt die Geschichte und die biografische Bedeutung des Körpers des Machi Weye anhand der Worte ihrer Grossmutter, die ihr sagte, in der Mapuche Kultur gäbe es keine Schwulen. Im Folgenden entscheidet sich Sebastián, halbnackt und mit dem Rücken zu uns gewandt vor einer Kamera zu posieren, und verkleidet sich in flüchtigen Fetzen eines populären kommerziellen Teils der Estación Central. Ein Machi Kostüm made in China. Die Machi sind die Verbindung zwischen der übernatürlichen und der menschlichen Welt. Ein Machi Weye, den spanischen Chroniken zufolge, praktizierte Sodomie und gab sich als Frau. Eine historische und familiäre Geschichte, die an die Geschichte der Mapuche anknüpft. Das koloniale Europa verdrängte die Machi Weye und tilgte sie von der Geschichte. Aus diesem Grund nimmt Calfuqueo diese Praxis wieder auf, verweiblicht sich vor den verschiedensten Blicken, dekonstruiert ihren Körper, während ihre Stimme die Aktion begleitet und von einer schmerzhaften persönlichen und familiären Geschichte erzählt. Entschlossen nehmen die Werke der Künstlerin wiederholt die Vergangenheit der Mapuche auf und verbinden sie mit der Situation heute. Sie verwendet die Relikte der Vergangenheit, so auch die Aufzeichnungen der spanischen Kolonisatoren über die indigene Sexualität, welche diese mit aller Gewalt ihrer Religion bestrafen, wie in Costumbres de los Araucanos Gay thematisiert. Aus diesen historischen Tatsachen baut sie ihre Körperpolitik auf, die ungehorsam und dekolonial sein soll.

 

Die Pose, wie auch im Werk Zaidas, ist eine Konstante bei Calfuqueo, als wäre sie ein Anderer in der Vielzahl. Abreissen und aufbauen, alles dreht sich um die Identität. Sebastián präsentiert uns eine Reinterpretation des weiblichen Körpers in ihrem Werk A Imagen y Semejanza anhand zweier Fotografien: Eine Yagana und eine weisse Frau in erotischer Pose, beide in gleicher Körperhaltung. Die Reinterpretation verkörpert Sebastián sprichwörtlich durch ihren Künstlerkörper in weiblicher Pose, um fotografiert und angeschaut zu werden. In Lebensgrösse abgedruckt, erscheint sie als dritte Frau auf der Wand. Sie manifestiert eine Idee des Verlangens und steht für die “Figur” der Weiblichkeit und die Kolonisation des Geschlechts. Anders ist es in ihrer Videoperformance Alka Domo, in der sie sich in schwarzer Kleidung präsentiert und einen hohlen Baumstamm aus Coihue stemmt, einem nativen Baum aus dem Süden Chiles. Sie repräsentiert einen hybriden Caupolicán, von der Erde gestützt, auf bunten High Heels in den Farben der LGBTQ+ Flagge, der den leichtfertigen und geringschätzigen Fussgänger Unbehagen einflösst. Die Künstlerin geht für ihre und die Mapuche Geschichte relevante Orte der Stadt ab und wird von mehreren Seiten beleidigt. So lebt sie eine historische Vergangenheit ganz aktuell und in unveränderter Stärke jedes Mal erneut durch. In Chile wird “hueco” als erniedrigende Bezeichnung für Menschen verwendet, die sich der Heterosexualität entziehen, und die das patriarchale System ins Wanken bringen. Zum Schluss präsentiert Calfuqueo ihr neuestes Werk, eine neue Version des mythischen Caupolicán, diesmal genauestens modelliert. Die Künstlerin arbeitet hier mit dem Verfahren des 3D Drucks und bricht mit dem Stereotyp: indigener Künstler ist gleich Töpfer, Weber, Handwerker. 

 

So sind Zaida González und Sebastián Calfuqueo Reisende einer randständigen Dissidenz, mit immer lebendigen, immer schmerzhaften Erinnerungen. Zwei freiwillige Exilanten aus dem Reich der hetero und homopatriarchalen Traditionen, welche sich aus einem wieder beängstigendem Europa ausbreiten. Zwei Künstlerinnen, die in BODIES, CULTURES ihre Tränen emanzipieren und den ungebändigten Kapitalismus unterwandern. Sie sind zwei Körper mit verwobenen Stimmen, die soziale Normen biegen und brechen. Sie sind zwei wandelbare Körper, die stolz sind auf ihr Mapu-Sudaca Sein und Werden.

 

Aus dem Spanischen von Matthias Pfaller

Chilean BODIES, CULTURES in Switzerland

von Matthias Pfaller. Juni 2019

Zaida González’ and Sebastián Calfqueo’s practice revolves around specifically Chilean, in Calfuqueo’s case, Mapuche-Chilean topics. Zaida creates portraits and scenes of women, trans people, different ethnicities and overall, humans not fulfilling universal Western beauty standards. Sebastián works from his experience as a Mapuche. Historically, the native culture of the South of Chile does not distinguish between male and female as harshly as the Christian conquerors made them to during hundreds of years of colonization, so that nowadays non-binary members are marginalized in their community as is the whole Mapuche community in the Chilean state. Both artists, it can therefore be said, work with queer identities. However, this term is controversial, especially in areas outside of its initial scope, that is, the non-Western regions of our world. Hence, the cultural translation of these works into a Swiss context requires some precisions.

 

Both artists work with masks, costumes, props and especially their own body, which is not only a formal commonality, but expresses the underlying principle of their work as a medium for the many particular identities marginalized in our societies. This was also the main reason to organize this exhibition in Zurich. Historically, Zurich is a city with leftist politics (despite its conservative wealth), a large cultural community, and accepting of different lifestyles. Among the many lobbies for human rights, the LGBTQ community is particularly strong. The reason for this is the limited range of topics it pushes and the compatibility with capitalism. As such, the universalized version of non-normative genders and sexualities is tailored to wealthy people, which makes it accessible to the elites of non-Western states and therefore supposedly global. On the basis of its compliance with established class systems, it has been adopted by institutions, corporations, and governments, which surely increased its force, but it also has been subjected to their agendas. However, this agenda is primarily white, imperialist, and sexualized. Western politicians opportunistically use human rights as an excuse to exert pressure on less developed countries, religious groups stigmatize abortion as a matter of careless sexuality, large corporations sponsor gay parades as advertisement, and social media are producing homogeneous looks for specific types of gays, lesbians, or trans people geared toward an often traditional sense of (Western) beauty.

 

The Chilean writer Pedro Lemebel described this incongruence of the achievement of the white gay agenda with his own experiences in his text “Crónicas de Nueva York.” Invited to the twentieth anniversary of Stonewall, he visits the famous bar in New York and its neighborhood, feeling ignored and looked down upon by the gay population. “Belittled like a Latin mosquita” and stared at in his “third world undernourishment,” he wanders around among the ostensible virility and pride of the locals, in muscle shirts and sex shops. Ultimately, he heads to other neighborhoods where he feels less like a “stranger.” This short reflection obviously points out the cultural specificity of the homosexual community not only in the United States, but also in the city of New York, where Lemebel probably found other parts and communities with other symbols and attitudes that fit better to his own body and culture. But in his most visible, celebrated form, “the gay soars up to power, he does not confront it, contravene it.” (Quotes taken from: Pedro Lemebel, Loco afán, Barcelona: Seix Barral, 20185 (1996), 94-95, 166).

 

In its political and economical homogeneity, questions of class and race rarely come up in the white agenda (compare the phenomenon of “traveling gays”), as wealth is considered a given and race easily ignored if the economic standing is right. Without either money or white skin, however, the chances for inclusion are low. Therefore, human rights are only in reach when they are de-coupled from economics and reduced to parts of human life, such as sexuality. Yet this utterly intimate side is not at the center of the demands of queer people. The realization of their lifestyles in a public society involve a host of policies in need of change, and this is where the difficulty of human rights are: they are specific to each one of the sub-groups, and they are costly (a pejorative way of saying they make demands on the state to distribute wealth more evenly). So every sub-group of the LGBTQ community has their own goals: gay couples aspire to the right to adopt children, trans persons require support in their medical treatment, women demand equal salaries, and people of color denounce racial discrimination in housing and job applications. If it were for extravagant outfits they would pay for themselves, resistance to the extension of human rights would be minimal. Where they involve access to economic resources, support is waning. The queer agenda is thus insufficient when it does not consider class and race, and it is hollow when its subgroups are artificially united through the generalization of sexuality. It is necessarily an umbrella term for many, many groups with different needs that should work together for their goals, but should not efface their differences, because this creates exclusions as Lemebel experienced it.

 

This is why this exhibition is not a queer show, because it is not exclusively about sexuality or gender. Zaida’s women, people of color and of different genetics, and Sebastián’s history of Mapuche culture tackle the fragile social cohesion in our societies in general. This exhibition in Zurich is also not a postcolonial effort to introduce Zaida’s and Sebastián’s work into the Western canon of queer art. They make no claim to a place in our history of art or art scene. Zaida and Sebastián claim a decolonial position that is not defined by the relation to the North Atlantic. Before anything, they try to present their share in Chilean society and re-present it in favor of a more respectful environment. By extension of their general principles we can try to identify the conditions that create inequality for people all over the world. In learning about their viewpoint and specific situation in Chile, we in Switzerland may reconsider the particularities of our own fight for human rights, and the needs of our local communities, all by acknowledging that these circumstances are never universal.

 

In this superficial high time for LGBTQ visibility, the exhibition is meant to be a reminder that these letters neither stand for set categories of gender and sexuality, nor problems of individuals. BODIES, CULTURES is a celebration of the spectrum of human life and the invitation to see ourselves maybe not as one community, but many communities in respectful coexistence.